Etienne Davignon

belgischer Politiker, Diplomat und Geschäftsmann; EG-Kommissar 1977-1985 (Ressort "Innerer Markt und Industriepolitik"); Vizepräsident der Europäischen Kommission 1981-1985; Verwaltungsrat der Suez-Tractebel (frühere Société Générale de Belgique); Mitglied diverser Verwaltungs- und Aufsichtsräte; Ehrentitel Staatsminister mit Sitz im Kronrat 2004 und Erhebung in den Grafenstand durch König Philippe 2018; im März 2026 Anklage wegen "Beteiligung an Kriegsverbrechen" im Zusammenhang mit der Ermordung des ersten gewählten Premierministers des Kongo Patrice Lumumba im Jan. 1961

* 4. Oktober 1932 Budapest (Ungarn)

† 18. Mai 2026 Ixelles

Herkunft

Étienne François Jacques Graf Davignon wurde 1932 als Sohn des belgischen Juristen und Diplomaten Jacques Graf Davignon in Budapest, Ungarn, geboren. Seine Mutter war Jacqueline Gräfin de Liedekerke. Seit der Gründung des belgischen Staates im Jahre 1830 standen Mitglieder seiner Familie im Öffentlichen Dienst Belgiens, vorwiegend im Außendienst. Sein Großvater Julien Davignon war 1914 bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs Außenminister, sein Vater Jurist und bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 Botschafter in Berlin. In D.s Kindheit und Jugend zog die Familie wegen der Diplomatentätigkeit des Vaters häufig um.

Ausbildung

D. studierte Rechtswissenschaften in Brüssel und an der Katholischen Universität Löwen, wo er zum Dr. jur. promovierte. Auf Wunsch des Vaters volontierte er im diplomatischen Dienst.

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